Social Media

LinkedIn ist erwachsen geworden

Publiziert am 06.07.2026 von Barbara Schwede

Lange war LinkedIn vor allem ein Adressbuch, das sich selbst pflegt. Lebensläufe, Beförderungen und Gratulationen. Das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert.

Laut Statista nutzen 4,9 Millionen Menschen in der Schweiz LinkedIn; damit liegt die Plattform vor Instagram, Facebook, Snapchat, Pinterest, TikTok und X. Auch die Anzahl der Posts und Kommentare hat signifikant zugenommen, die Plattform lebt deutlich mehr. Und weil Facebook und X für viele Menschen unattraktiv geworden sind, verschieben sich auch die Inhalte auf LinkedIn – es geht nicht mehr nur um Stellensuche und Rekrutierung, sondern um Wissensvermittlung, Positionierung und Einordnung. Fachpersonen kommentieren Entwicklungen in ihrer Branche. Führungskräfte erklären, wie sie mit Veränderungen umgehen. Unternehmen werden nicht mehr nur über ihre offiziellen Kanäle wahrgenommen, sondern auch über die Menschen, die dort arbeiten.

Ausserdem fährt LinkedIn (wie auch TikTok) eine andere, sehr interessante Strategie bei der organischen Reichweite pro Post: Im Gegensatz zu Instagram oder Facebook erreicht ein guter Linkedin-Post unkompliziert 10 oder 20 mal mehr Personen, als man Follower:innen hat.

Der eigentliche Unterschied liegt in der Verbreitung von Inhalten. Auf LinkedIn kann ein guter Beitrag weit über das eigene Netzwerk hinaus sichtbar werden, weil die Plattform Relevanz stärker belohnt als die Meta-Plattformen. Ein kluger Gedanke, eine interessante Beobachtung oder spannende Insights können Menschen erreichen, die der Autorin oder dem Autor (noch)  nicht folgen.

Gleichzeitig herrscht auf der Plattform oft gähnende Langeweile und unglaublich viel Egoboosting mit reisserischen Posts. Fotos von Firmenevents. Dankesposts nach Podien. Reposts von Medienmitteilungen. Allgemeine Sätze über Innovation, Zusammenarbeit und Wandel. KI hat dieses Problem nochmals verstärkt: Viele Beiträge klingen, als seien sie aus den gleichen fünf Prompts entsprungen – KI-Floskeln noch und nöcher, die Autor:innen sind nicht wirklich spürbar.

Ein guter Beitrag braucht eine erkennbare Perspektive, Persönlichkeit und spannende Insight. Entscheidend für mich ist, ob jemandem ein Thema unter den Nägeln brennt, ob jemand eine Frage aufwirft, die viele beschäftigt oder dabei hilft, eine Situation besser zu verstehen und einzuordnen. Das klingt einfach. In der Praxis ist es für viele schwer, weil viele Menschen ihre eigenen Themen unterschätzen und ihr Wissen für selbstverständlich halten.

Gerade Führungskräfte haben damit oft Schwierigkeiten. Sie sind es gewohnt, institutionell zu sprechen. Abgestimmt, vorsichtig, anschlussfähig oder kurz gesagt: langweilig und austauschbar. Viel spannender wäre: Was denkt diese Person wirklich? Was hält er oder sie für überschätzt? Wo verändert sich gerade etwas? Was wird intern diskutiert, aber extern kaum erklärt?

Gute Corporate Influencer machen Expertise und das spannende Momentum in einem Projekt oder Prozess sichtbar. Sie geben Einblick in ihre Arbeit, Gedanken und in die Firmenkultur. Sie übersetzen abstrakte Arbeitgebermarken in konkrete Erfahrung. Deshalb sind sie glaubwürdiger als viele Kampagnen.

Dafür braucht es allerdings mehr als die Aufforderung, doch bitte Unternehmensposts zu teilen. Wer Menschen auf LinkedIn sichtbar machen will, muss ihnen helfen, eine eigene Stimme zu entwickeln. Dazu gehören Themen, Leitplanken, Sicherheit im Umgang mit Kommentaren und Kritik.

In unseren LinkedIn-Kursen arbeiten wir deshalb nicht mit Tricks. Wir behandeln LinkedIn nicht als Algorithmus, der gehackt werden muss, sondern als Ort strategischer Kommunikation.

Barbara Schwede, Kursleiterin bei Die Schwedin., bringt dafür nicht nur langjährige Erfahrung in strategischer Kommunikation, Social Media und C-Level-Positionierung mit. Sie führt selbst ein sehr lebendiges LinkedIn-Profil und kennt die Plattform aus täglicher Praxis. In den Kursen gibt sie weiter, was sie dort laufend beobachtet: welche Beiträge Resonanz erzeugen, warum manche Texte sofort verschwinden und wie authentische Sichtbarkeit entsteht.

Unsere LinkedIn-Kurse richten sich an Führungskräfte, Fachpersonen, Selbstständige und Mitarbeitende, die LinkedIn nicht als Pflichtübung behandeln wollen, sondern Spass daran haben wollen, die Plattform so zu nutzen, dass sie persönlich und beruflich davon profitieren.

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